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Freiheit auf acht Rollen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Mittwoch, 30. März 2011
Beitragsinhalt
Freiheit auf acht Rollen
Skaten auf öffentlichen Straßen
Gib Gummi
Seite 1 von 3

Von Barbara Lässig und Andreas Rautert

Als Anfang der 90ziger Jahre in San Francisco einige Einzelkämpfer auf den damals als Neuheit auf den Markt geworfenen Rollerblades dem Sonnenuntergang entgegenstrebten, konnte man noch nicht ahnen, welchen Stellenwert diese Sportart nur wenige Jahre später einnehmen sollte. Zu den wenigen Einzelkämpfern gesellten sich sehr schnell mehr und mehr Skatebegeisterte und die erste Bladenight war geboren. Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese Welle der Begeisterung auch nach Europa schwappen sollte. Mit Paris fand sich schließlich auch die erste europäische Stadt, welche in regelmäßigen Abständen Straßen für Inlineskater absperrte und die Freiheit auf acht Rollen ermöglichte. Ein Reportage der ARD brachte diese Begeisterung auch in die sächsische Landeshauptstadt nach Dresden. Die Dresdner Stadträtin Barbara Lässig war von diesem Bericht begeistert und begann mit der Planung und Organisation eines solchen Events. Am 8. Mai 1998, die Stadt befand sich an diesem sommerlichen Pfingstfreitag wieder einmal im Dixilandfieber, war es dann endlich soweit. Als erste deutsche Stadt vollführte Dresden den Startschuß zu einer regelmäßig stattfindenden Skateveranstaltung – dem Dresdner Nachtskaten.

 

Keiner sollte ahnen, dass sich dieser Sport zum Trend entwickelte. Nach und nach zogen auch andere deutsche Städte dem Vorbild Dresdens nach. Der heute größten Veranstaltung dieser Art – der Münchener Bladenight – leistete die Dresdner Delegation sogar Schützenhilfe, entsandte Ordner und gab Tipps zur Organisation. Christian Ude, Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt, empfing die sächsische Delegation und sagte damals: „Straßen sind nicht nur für Autos, sondern sie sind auch ein Aufenthalts- und Erlebnisraum für Menschen“. Doch nicht nur in München findet dieser Sport regen Anklang. Deutsche Metropolen wie Frankfurt (Main) und Stuttgart etablierten inzwischen ebenfalls eine Bladenight. In der regelmäßig erscheinenden Publikation von „Green City“ in München wird bezüglich der Bladenights jetzt bereits vom größten einzelnen Freizeitsportangebot Europas gesprochen. Tatsächlich rollen deutschlandweit in mehr als 80 Städten Millionen von Menschen durch die City.

 

Auch in Dresden hat sich seit dem Start vor mittlerweile fast 15 Jahren einiges getan. Anfangs hatte das kleine Team von Organisatoren mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Besonders die Finanzierung der stetig an Beliebtheit gewinnenden Veranstaltung stellte die Verantwortlichen vor eine große Herausforderung. So wurde das Event im Gründungsjahr als Demonstration durchgeführt. In den Folgejahren hielt man sich durch Kleinsponsoren über Wasser – stets am Limit des Machbaren. Doch der gute Ruf, die professionelle Organisation, die langjährige Tradition mit der damit verbundenen Erfahrung und das breite Teilnehmerspektrum erregten die Aufmerksamkeit größerer Firmen für das Dresdner Nachtskaten. So konnte 2001 über einen Vermarkter mit NOKIA ein innovatives und international tätiges Unternehmen als Haupt- und Namenssponsor gewonnen werden, im darauffolgenden Jahr freuten sich die Organisatoren, die Balisto-Bladenight durchführen zu können. Somit konnten gerade in der Öffentlichkeitsarbeit durch den Druck von Plakaten und Flyern, Radiospots und einem bunten Rahmenprogramm große Fortschritte erzielt werden.

 

Auch das Spektrum der Teilnehmer wächst mit jedem Jahr und ist breit gestreut. Von 9 bis 70 Jahren ist jede Altersgruppe vertreten. Eine Teilnehmerumfrage im Jahr 2003 ergab, dass 62,4% der Teilnehmer aus Dresden kommen. Aus dem Umland bis 50 km Entfernung reisen 34,3% an und 3,2 % der Teilnehmer wohnen mehr als 50 km vom Veranstaltungsort entfernt. Da Dresden der einzige Standort mit einer regelmäßig stattfindenden Veranstaltung dieser Art ist, reicht das Einzugsgebiet von der Lausitz über Thüringen bis hin in die alten Bundesländer und könnte der Stadt weitere Synergieeffekte bescheren.


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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 28. Juli 2011 )
 
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